ATELIER 30

Einbau eines Stuhllagers in die Elisabethkirche Marburg

„Das Gewand“ – Ein Stuhllager für die Elisabethkirche in Marburg

1. Preis Wettbewerb 2009

Auftraggeber:

Evangelisches Stadtkirchenamt Marburg

Standort:

Marburg

Leistungsphasen:

1-9

Gesamtbaukosten:

0,11 Mio.€

Leistungszeit:

2009-2011

Der Deutsche Orden erbaute die Kirche zu Ehren der heiligen Elisabeth im 13. Jahrhundert, wodurch diese zu einem bedeutenden Wallfahrtsort des späten Mittelalters wurde. Auch heute ist der Besucherstrom in der Kirche groß. Neben Gottesdiensten, werden auch Konzerte und andere Veranstaltungen abgehalten. Durch die unterschiedliche Bespielung der Kirche wurden Stahlrohrrahmenstühle mit einer Bastbespannung angeschafft, welche bei Bedarf weggeräumt werden müssen.
Aus diesem Bedarf heraus wurde ein Wettbewerb für ein Stuhllager in einem Seitenschiff der Kirche ausgelobt, den unser Büro im Jahr 2010 gewann.
Die Idee für ein Stuhllager lag darin, keinen festen Einbau in das Seitenschiff zu platzieren, der zu einer möglichen Konkurrenzsituation mit dem Bestand führen könnte, sondern eine Art Paternosterkonstruktion. Sind keine Stühle im Stuhllager untergebracht, so verschwinden die einzelnen Ebenen in der Unterfahrt und sind dadurch nicht mehr sichtbar. Insgesamt können dadurch 300 Stühle auf vier Ebenen eingelagert werden.
Der Entwurf setzte dabei auf die funktionale Ästhetik einer archaisch wirkenden Maschinenkonstruktion, in welcher sich die einzelnen Stuhlebenen mit integriertem Motor sowie robuster Gewindestangen an 4 Stahlpylonen stapeln lassen. Die gesamte Konstruktion, mit Spindeln, Kettenantrieb, Gewindestangen und den knarzenden Geräuschen, erinnert dadurch, während des Betriebes, eher an ein altes Uhrwerk als an eine Lösung, die dem aktuellen Stand der Technik entspräche. Da es für diese gewünschte Wirkung keine standardisierten technischen Lösungen gab, wurde die gesamte Konstruktion von uns neu gedacht bzw. entwickelt.
Ein weiteres Element, neben der technischen Lösung der beweglichen Stuhlebenen, bildet ein mobiler grober Juteraffvorhang vor dem Stuhllager. Ist der Raffvorhang herabgelassen, so verdeckt er das Stuhllager. Als Gewand vor der Maschinenkonstruktion wird dieses Element zum Vermittler zwischen Bestand und Einbaukörper.

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Einbau eines Stuhllagers in die Elisabethkirche Marburg

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