ATELIER 30

Selbstlernzentrum LEO am Campus der Universität Kassel, Kassel

Neubau Selbstlernzentrum LEO am Campus der Universität Kassel, Kassel

Auftraggeber:

Land Hessen

Standort:

Kassel

Leistungsphasen:

1-9

Größe:

1.822 m² BGF

Leistungszeit:

2014 - 2016

 

 

Vor dem Hintergrund der steigenden Studierendenzahlen und der Raumknappheit der Universität Kassel, wuchs der Bedarf zur Schaffung eines Ortes für selbstbestimmtes studentisches Lernen für ca. 400 Studierende.

Im Kontext zur bestehenden Universität bildet das zweigeschossige Selbstlernzentrum „LEO“ den Auftakt des neuen Campus Nord der Universität Kassel, bzw. fungiert als städtebaulicher Gelenkpunkt zwischen alter und neuer der Universität.

Nach seiner Fertigstellung formuliert das Gebäude dadurch einen zentralen Anlaufpunkt für alle Studierende innerhalb des Standortes.

Der trapezförmige Grundriss des pavillonartigen Gebäudes entwickelt sich dabei aus den beiden Hauptwegeachsen. Neben differenzierenden Lernorten und Inseln innerhalb des Hauses bildet eine Cafeteria im Erdgeschoss das kommunikative Zentrum im Gebäude.

Das Erscheinungsbild des Selbstlernzentrums prägt sich durch eine klare Kubatur mit starken, präzise zulaufenden Gebäudeecken und einem homogenen Kleid einer fugenlosen Vorhangfassade aus gelochtem Trapezblech. Präzise gesetzte Einschnitte im Obergeschoss bilden die Panoramafenster der einzelnen Lernlandschaften mit unterschiedlichen Blickbeziehungen zum umgebenden Campus ab.

Im Erdgeschoss öffnet sich das Gebäude durch einen in Teilen verglasten Sockel zu einem repräsentativen südlich gelegenen begrünten Vorplatz. Hin zu diesem Freiraum erhält die Kubatur des Gebäudes im Bereich des Haupteinganges einen einladenden Rücksprung. Durch einen weiteren Eingang an der seiner Nordseite entsteht eine passagenartige Verbindung im Haus zwischen Campus Nord und Süd.

Eine begrünte Dachlandschaft des 2-geschossigen Gebäudes bildet als einsehbare Fläche für die benachbarten Gebäude und den höher gelegenen Campus Nord eine fünfte Fassade. Diese Fläche wurde konsequent von technischen Aufbauten freigehalten.

Das helle Gebäudeinnere zeigt sich dem Betrachter als minimalistisch gestaltete Collage mit wenigen, jedoch sorgfältig aufeinander abgestimmte Materialien. Diese bilden den formalen und gestalterischen Rahmen für einen großen offenen Lernraum mit zugeordneter Cafeteria mit einem eigens entwickelten „Brainfood“ zur Steigerung des geistigen Kapazitäsvolumens im Erdgeschoss. Über eine offene Freitreppe erschlossen, befinden sich im Obergeschoss differenzierte Raumgruppen in einer ruhigeren Lernatmosphäre.

Das Materialkonzept setzt dabei bewusst auf den Einsatz weniger und „ehrlicher“ Materialien, welche durch ihr selbstverständliches Zusammenspiel einen unaufgeregten und gleichzeitig dynamischen Ort generieren.

Das im Kontrast zum Innenraum bildet das farbig gehaltene Möblierungskonzept auf beiden Etagen die Möglichkeit, allein oder in unterschiedlichen Gruppengrößen zu lernen. Flexible Lerninseln, Hochbords oder betretbare Kuben für Kleingruppen bieten hier Raum zum Lernen und Arbeiten mit differenzierten Blickbeziehungen zum Außenraum.

Hin zum Campus Nord befindet sich im Obergeschoss neben den Lerninseln ein Entspannungsraum mit Hängesesseln. Die gelochte Alufassade läuft in diesem Raum wie ein Filter über die bodenhohen Fenster hinweg und schafft eine introvertierte Stimmung mit Ausblick auf die skulpturale Treppenanlage des Campus Nord.

Durch die Anordnung eines Laubenganges im Obergeschoss, konnte auf notwendige Flure verzichtet werden und eine offene, zonierte Grundrissstruktur realisiert werden. Besucher werden so bei ihrer Suche nach einem individuellen Arbeitsplatz nicht durch klassische Flure geführt, sondern bekommen die Möglichkeit das Gebäude und dessen offene Lernlandschaften zu durchwandern.

ÜBERSICHT

Selbstlernzentrum LEO am Campus der Universität Kassel, Kassel

INFO